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Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene e.V.

Arbeitsgruppe „Zahnmedizin“

Leitung: Anette Simonis

Am 3.7.2009 hat der Vorstand der DGKH die Initiierung einer Arbeitsgruppe (AG) "Hygiene in der Zahnmedizin" beschlossen. Während dieser Vorstandssitzung wurden Frau PD. Dr.-Ing. Monika Emmrich als Vorsitzende und Frau Dr. med. dent. Anette Simonis als stellvertretende Vorsitzende benannt. Die konstituierende Sitzung der AG war am 25.11.2009 mit damals fünf teilnehmenden Personen. Mit Stand Januar 2013 ist die AG insgesamt auf 17 aktive Mitglieder angewachsen. Die Mitglieder der AG kommen neben der DGKH aus unterschiedlichen Fachgesellschaften (BVD, BDO, BZÄK, DAHZ, DGÄZ, DGZMK, KZBZ, ZZQ), der Industrie (Alpro, Morita, Sirona)  sowie Mukoviszidose e.V. als Patienten-Vertretung.

Während der ersten drei Sitzungen hat die AG unterschiedliche hygienische Fragestellungen und ihre Dringlichkeit diskutiert und sich schließlich auf den Arbeitsschwerpunkt des Wassers in zahnärztlichen Behandlungseinheiten festgelegt. Ziel der AG ist die Erstellung einer Leitlinie. Sie wurde am 10.06.2011 bei der  Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) mit dem Titel "Hygienische Anforderungen an das Wasser in zahnärztlichen Behandlungseinheiten" angemeldet und soll bis Ende 2013 veröffentlicht sein.

Die Leitlinie richtet sich an alle in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde Tätigen, Hersteller und Lieferanten von zahnärztlichen Behandlungseinheiten und Hersteller von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln sowie Desinfektionsverfahren mit dem Ziel, Patienten im zahnärztlichen Bereich mit hygienisch einwandfreiem Wasser aus der Behandlungseinheit zu versorgen.

Behandlungseinheiten sind Medizinprodukte (Klasse II a) und unterliegen damit dem Medizinproduktegesetz und den sich darauf gründenden Verordnungen. Die Geräte dürfen bei ordnungsgemäßer Anwendung weder die Sicherheit noch die Gesundheit von Patienten und Anwendern gefährden. Detaillierte Vorschriften für die Einhaltung oder das Erreichen der nach KRINKO geforderten Wasserqualität in Behandlungseinheiten finden sich in diesen Gesetzestexten nicht. Die KRINKO empfiehlt unter Berücksichtigung der Erkenntnis, dass für gesunde Patienten und Behandler von einer möglichen Kontamination der wasserführenden Systeme nur ein geringes Risiko ausgeht und nur wenige Einzelfallberichte für einen Zusammenhang von Infektion und zahnärztlicher Behandlung vorliegen, verschiedene Maßnahmen zur Minimierung einer mikrobiellen Besiedlung. Doch in der alltäglichen Praxis können sowohl konstruktionsbedingte Mängel als auch betriebsbedingte Ursachen zu einer Verschlechterung der mikrobiologischen Wasserqualität in der zahnärztlichen Behandlungseinheit führen. Während der Passage durch eine zahnärztliche Behandlungseinheit soll sich jedoch die hygienische Qualität des zugeführten Wassers nicht verschlechtern. Die vorliegende Leitlinie zeigt daher sowohl für die Konstruktionsplanung der Behandlungseinheiten als auch für den Zahnarzt als Anwender Möglichkeiten auf, wie die hygienischen Anforderungen an die  mikrobiologische Qualität des Wassers erhalten bzw. (bei kontaminierten Einheiten) erreicht werden können.

Inhaltliche Schwerpunkte der Leitlinie sind: Anforderungen an die Wasserqualität, Verantwortlichkeiten für die Qualität des zugeführten Wassers, Empfehlungen bei neuen Behandlungseinheiten für Hersteller und für Anwender, sowie Empfehlungen von in Betrieb befindlichen Behandlungseinheiten (Spülen, Desinfektion, Biofilmreduktion, Bottle Systeme, Zentrale Desinfektionssystem, Prüfung der Wasserqualität).