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Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene e.V.

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Das Tragen von Fingerdosimeter während Koronarangiografien

Frage: Im Bereich Herzkatheter taucht in unserem Haus immer wieder die Diskussion um das Tragen von Fingerdosimeter während Koronarangiografien auf. Laut Röntgenverordnung sind bei diesen Eingriffen Fingerdosimeter vorgeschrieben.
Das Tragen von Ringen ist nach dem allgemein gültigem Stand der Wissenschaft zum Thema Händehygiene (TRBA, RKI, AWMF) bei Eingriffen dieser Art als hygienisch bedenklich anzusehen. Wie formuliere ich zu diesem Thema eine hygienisch korrekte Empfehlung, mit der ich rechtlich abgesichert bin?

Antwort von Prof. A. Kramer: Gemäß Röntgenverordnung ist bei bestimmten Eingriffen das Tragen von Fingerdosimetern vorgeschrieben. Da das Tragen von Ringen gemäß Empfehlung der Kommision für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (2000) bei Eingriffen dieser Art ohne besondere Vorsichtsmaßnahmen als hygienisch bedenklich anzusehen ist, haben wir hierzu eine orientierende Untersuchung mit folgendem Ergebnis durchgeführt (Kramer unveröff.). Bei experimenteller Kontamination unterschiedlicher Ringdosimeter mit S. aureus wurde je nach Dosimetertyp durch Einlegen in ein alkoholisches Händedesinfektionsmittel für 3 min nach vorherigem Abwischen mit steriler Kompresse eine Verminderung der Erregerzahl am Ring um 2,4 - > 5 lg erreicht. Auf 3 h getragenen Ringdosimetern war nach Einlegen in ein alkoholisches Händedesinfektionsmittel für die Dauer von 10 min in keinem Fall eine Kontamination nachweisbar. Das steht in Übereinstimmung dazu, dass ohne Desinfektion nach 3 h Tragedauer in keinem Fall eine Kontamination > 2 lg feststellbar war. Damit kann die Empfehlung gegeben werden, dass es ausreichend ist, getragene Ringdosimeter zur Desinfektion für 10 min in ein alkoholisches Händedesinfektionsmittel einzulegen. Danach kann der Ring ohne Klarspülen mit Wasser nach Lufttrocknung erneut auf die desinfizierte Hand angelegt werden.

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