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Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene e.V.

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Die DGKH forder „MRSA - Task force“

Entwicklung in Deutschland, Folgen, Forderungen

In Deutschland ist ein überdurchschnittlicher Anstieg von MRSA um jährlich etwa 6 % zu verzeichnen.
1990 lag der Anteil von MRSA in Deutschland bei 1,7 %, im Jahre 2000 bei 15%, heute deutlich über 20 %. Die Zunahme der Infektionserreger, die mit Antibiotika nur schwer bis gar nicht zu bekämpfen sind, kommt einem Rückfall ins Mittelalter gleich. Um dieser katastrophalen Entwicklung entgegenzuwirken, wird die Bildung einer „MRSA-Task force“ unter Koordinierung durch das RKI gefordert.

MRSA-Infektionen sind mit

Hinzu kommt, dass die verbleibenden noch wirksamen Antibiotika z. T. toxischer sind (z.B. Vancomycin). Mit dem Auftreten von MRSA ergeben sich neben schweren Krankheitsbildern erhebliche ökonomische Belastungen. Pro Erkrankung können sich durchschnittlich 3.000 bis 10.000 € zusätzliche Kosten ergeben.

Internationale Situation

In Ländern wie Japan, USA, England, Frankreich, Spanien und Italien ist die Inzidenz von MRSA auf > 50 % angestiegen. Das Vorbild der Niederlande und Dänemarks zeigt jedoch eindrucksvoll, das durch eine national einheitlich durchgesetzte Präventionsstrategie die Selektion und Ausbreitung von MRSA bis zum jetzigen Zeitpunkt auf unter 1 % zu reduzieren vermochte. Gleichzeitig wurde landesweit eine stringente Antibiotikastrategie eingeführt

Resistenzentwicklung

Maßgeblichen Anteil an der Resistenzentwicklung hat der unnötige Einsatz von Antibiotika, z.B. bei:

Etwa 1/3 aller Krankenhauspatienten erhalten Antibiotika, davon ist ein großer Teil überflüssig.
Begünstigt wird die Resistenzentwicklung durch:

MRSA-Screening und Konsequenzen

Nur durch rasche Identifizierung von MRSA-Trägern ist eine wirksame Ausbruchprävention möglich. Indikation und Umfang für ein MRSA-Basisscreening vor Krankenhausaufnahme sind in Deutschland durch die RKI-Richtlinie aus dem Jahre 1999 geregelt und wurden 2004 präzisiert. Erkannte MRSA-Träger sind in Deutschland gemäß RKI-Richtlinie bis zur antiseptischen Sanierung oder Entlassung zu isolieren.

Forderungen

Weiterführende Auskünfte

Prof. Dr. med. A. Kramer: 03834 515542 (Präsident der DGKH)
Prof. Dr. med. M. Exner: 0228 2875520 (Präsident der GHU)
Dr. med. K.-D. Zastrow: 030 33871200 (Vorsitzender des BDH)

Ausführliche Textfassung unter Presseinformation

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