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Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene e.V.

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Empfehlung der DGKH

Hygienemaßnahmen im Haushalt von EHEC-Patienten und EHEC-Ausscheidern

26.06.2011

Die DGKH hält es für notwendig, in Ergänzung zu den Empfehlungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung darauf hinzuweisen, dass in bestimmten Situationen die üblichen Hygienemaßnahmen nicht ausreichend sind sondern durch gezielte allgemeine Hygiene- bzw. Desinfektionsmaßnahmen ergänzt werden müssen.

Der derzeit sich ausbreitende EHEC-Erreger ( HUSEC 041 )  ist möglicherweise ein primär beim Menschen vorkommender Erreger. Der EHEC-Erreger kann direkt über Stuhl oder indirekt über mit Stuhl verunreinigte Hände bzw. Flächen ( sog. Schmierinfektion )  weitergegeben werden. Der Erreger kann  sich über lange Zeit auf Flächen halten. In der Literatur sind Übertragungen in Gemeinschaftseinrichtungen und  innerhalb von Familien mit Erkrankten bzw. Ausscheidern  dokumentiert1-9. Aktuell wird auch eine intrafamiliäre Übertragung aus den Niederlanden mit dem derzeit sich ausbreitenden Pathotypen von E. coli O 104:H4 berichtet10.

Nach dem Auftreten von EHEC Ausbrüchen durch primäre Übertragungswege wie Gemüse kann es hiernach zu  sekundären Übertragungen von infizierten Personen auf weitere Personen durch direkte Übertragung von Mensch zu Mensch kommen10. Diese bedingen bei E. coli zusätzliche Erkrankungsfälle. Nach Modellberechnungen von Seto et. al. kann durch Verhinderung von  sekundären Infektionen eine Reduktion der symptomatischen Fälle resultieren5.Ein Literatursichtung  von 90 bestätigten Ausbrüchen in England, Irland, Kanada, USA und Japan zeigten dass ungefähr 20% aller Ausbruchfälle Folge einer sekundären Übertragung waren6.

Da mittlerweile Hinweise auch in der jetzigen Ausbruchsituation für sekundäre Übertragung innerhalb von Familien bestehen, sind zusätzliche Verhaltensmaßnahmen von Bedeutung5 10.

Patienten sollten nur dann nach Hause entlassen werden, wenn über die nachfolgenden Verhaltensmaßnahmen unterrichtet wurde.   

Insbesondere bei Durchfall stehen diese Übertragungswege über Kontaktinfektionen im Vordergrund.

Bei Verwendung von Reinigungsmitteln ohne ausgewiesene desinfizierende Wirkung werden die Krankheitserreger nicht ausreichend inaktiviert. Sie können zudem durch den Reinigungsvorgang von den verunreinigten Flächen abgelöst und danach weiterverteilt werden. Dies ist durch experimentelle Untersuchungen zur Wirksamkeit von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln gegenüber Bakterien gut belegt. Auch beim Händewaschen mit Seife werden Bakterien nicht abgetötet. Sie werden aber von den Händen abgeschwemmt und über das Abwasser entfernt. Dabei besteht jedoch auch die Möglichkeit, dass sie im Waschbecken selbst und  in die Umgebung des Waschbeckens verbreitet werden und sich dort weiter vermehren.

Um das Risiko einer Weiterverbreitung von EHEC insbesondere in Familien oder Wohngemeinschaften mit Erkrankten oder Ausscheidern besser zu verringern, werden nachfolgende Maßnahmen empfohlen:

Wird hingegen die verunreinigte Fläche lediglich mit Seifenlösung gereinigt, kommt es nicht zur Abtötung, und die Erreger können hierauf über Tage verbleiben.

Zudem wird empfohlen, dass Erkrankte bzw. nach der Erkrankung den Erreger noch im Darm beherbergende Personen für andere Personen keine Lebensmittel herstellen, die nach Zubereitung nicht mehr  erhitzt werden.  

Die genannten Maßnahmen sollten auf jeden Fall so lange durchgeführt werden, bis bei den betroffenen Familienmitgliedern  in den Stuhlproben keine Erreger mehr nachgewiesen werden.  Hierfür wird eine Stuhlprobe im Abstand von 2 Wochen empfohlen.

 

Erstellt von:
M. Exner, C. Ilschner, J. Gebel, A. Kramer, H. Martiny, U. Heudorf, P. Walger

Literatur

  1. Afza M, Hawker J, Thurston H, Gunn K, Orendi J. An outbreak of Escherichia coli O157 gastroenteritis in a care home for the elderly. Epidemiol Infect 2006;134(6):1276-81.
  2. Durso LM, Reynolds K, Bauer N, Jr., Keen JE. Shiga-toxigenic Escherichia coli O157:H7 infections among livestock exhibitors and visitors at a Texas County Fair. Vector Borne Zoonotic Dis 2005;5(2):193-201.
  3. Ludwig K, Ruder H, Bitzan M, Zimmermann S, Karch H. Outbreak of Escherichia coli O157:H7 infection in a large family. Eur J Clin Microbiol Infect Dis 1997;16(3):238-41.
  4. Miliwebsky E, Deza N, Chinen I, Martinez Espinosa E, Gomez D, Pedroni E, et al. Prolonged fecal shedding of Shiga toxin-producing Escherichia coli among children attending day-care centers in Argentina. Rev Argent Microbiol 2007;39(2):90-2.
  5. Seto EY, Soller JA, Colford JM, Jr. Strategies to reduce person-to-person transmission during widespread Escherichia coli O157:H7 outbreak. Emerg Infect Dis 2007;13(6):860-6.
  6. Snedeker KG, Shaw DJ, Locking ME, Prescott RJ. Primary and secondary cases in Escherichia coli O157 outbreaks: a statistical analysis. BMC Infect Dis 2009;9:144.
  7. Taguchi M, Seto K, Kobayashi K. [Epidemiological analysis of Shiga toxin-producing Escherichia coli O157 isolates from familial infection]. Kansenshogaku Zasshi 2000;74(2):104-11.
  8. Ulinski T, Lervat C, Ranchin B, Gillet Y, Floret D, Cochat P. Neonatal hemolytic uremic syndrome after mother-to-child transmission of Escherichia coli O157. Pediatr Nephrol 2005;20(9):1334-5.
  9. Werber D, Mason BW, Evans MR, Salmon RL. Preventing household transmission of Shiga toxin-producing Escherichia coli O157 infection: promptly separating siblings might be the key. Clin Infect Dis 2008;46(8):1189-96.
  10. Kuijper EJ SD, Vermont C, van Dissel JT.   . Household transmission of haemolytic uraemic syndrome associated with Escherichia coli O104:H4 in the Netherlands, May 2011. Euro Surveill. 2011;16(24):pii=19889. Available online: http://www.eurosurveillance.org/ViewArticle.aspx?ArticleId=19889 2011.


 

 

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