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Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene e.V.

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An die Zeitschrift
klinikarzt

... heute (8. Juli 2004) per Post an Georg Thieme Verlag KG, Stuttgart

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit großem Interesse haben wir in Ihrer Zeitschrift den Leitartikel von Herrn Daschner
„MRSA - die Katastrophe droht“ gelesen.

Alles was der Klinikumsvorstand des Universitätsklinikums Freiburg festgelegt hat, wurde bereits 1995 für das Humboldt-Krankenhaus in Berlin, das Universitätsklinikum Kiel und das Universitätsklinikum Greifswald, 1996 für die Medizinischen Einrichtungen der Universität Münster und viele andere Krankenhäuser durch seriös arbeitende Krankenhaushygieniker festgelegt und 1999 von der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention des Robert Koch-Instituts für Deutschland als Richtlinie veröffentlicht.
Erst 9 Jahre später hat das Klinikum Freiburg endlich diese wissenschaftllich fundierten Maßnahmen eingeführt, für viele Patienten und für Deutschland leider neun Jahre zu spät!

Insgesamt geht der Inhalt des Artikels mit den Empfehlungen der ernstzunehmenden Autoren der letzten Jahre konform.
Für Ihre Leser sollte allerdings deutlich gemacht werden, dass Eines in diesem Artikel gänzlich falsch ist, nämlich der Einleitungssatz „Deutschland hat's noch nicht kapiert“.

Dieser Satz müsste richtiger Weise heißen:
„Auch Herr Daschner hat es jetzt endlich verstanden“.

In den vergangenen Jahren hat der Autor Ihres Artikels auf zahlreichen Veranstaltungen und in etlichen Veröffentlichungen, u.a. auch im „klinkarzt“, genau das Gegenteil von dem gepredigt, was er heute mit erhobenem Zeigefinger Deutschland nun endlich beibringen möchte.
In etlichen Veröffentlichungen hat er die RKI-Richtlinie kontakariert!
Hätte Herr Daschner in den letzten Jahren nicht permanent, zum Zorn und Entsetzen aller verantwortungsbewussten Hygieniker gegen die RKI-Richtlinie und die Empfehlungen der DGKH geredet und Isolierungs- und Kontrollmaßnahmen als übertrieben und kostentreibend bezeichnet, wären wir heute dort wo die Niederländer und Skandinavier schon sind.
Diese Länder haben das vom Robert-Koch-Institut in den frühen 90er Jahren entwickelte Prozedere umgesetzt, während in Deutschland die verantwortungsbewussten Hygieniker gegen die eigenartigen Ansichten des Herrn Daschner ankämpfen mussten, um wenigstens die Zahl der MRSA-Patienten in ihren Verantwortungsbereichen niedrig zu halten.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass nun vielleicht tatsächlich die MRSA- Katastrophe droht, aber auch dank Daschner!

Wir wären Ihnen sehr dankbar, wenn Sie diesen Leserbrief veröffentlichen würden, denn der inzwischen völlig verwirrte Leser sollte wissen, dass die Empfehlungen von Herrn Daschner diesmal sogar richtig sind und mit der RKI-Richtlinie vom Dezember 1999 konform gehen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. K.-D. Zastrow
Koordinator für Leitlinien und Öffentlichkeitsarbeit


Literaturhinweis

„Hygienemaßnahmen bei Patienten mit Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA)“
J. Fitzner, I. Kappstein, G. Dziekan, P. Gastmeier, F. Daschner, H. Rüden; Dtsch. med. Wschr. 125 (2000), 368-371

„Sinnvolle und nicht sinnvolle Hygienemaßnahmen in der Inneren Medizin“
Th. Hauer, G. Dziekan, H. Rüden, H.E. Blum, F. Dachner; Dtsch. med. Wschr. 2001, 126: 83-88

„MRSA - Die Riten“
F. Daschner; Med-Report, 4/2001, Nr. 11

“Epidemiologie und Hygienemanagement von Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus”
G. Dziekan, F. Daschner; klinikarzt Nr. 8/26 (1997)

„MRSA als Herausforderung an die klinische Organisation“
F. Daschner, V. Schumpelick; Der Chirurg 9/2002

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