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Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene e.V.

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Hygiene-Tipp, Juli 2008

Wundantiseptik

01.07.2008

Mittel der Wahl
Sofern eine Wundantiseptik indiziert ist, sind bei akuten Wunden Octenidin- oder Polihexanid-basierte Präparate Mittel der Wahl.
Für chronische Wunden und Verbrennungswunden ist Polihexanid als handelsübliche Lösung (Arzneimittel) oder als Wundauflage (Medizinprodukt) wegen der gleichzeitigen Förderung der Wundheilung Mittel der Wahl.

Obsolete Antiseptika
Die Anwendung von PVP-Iod ist durch die Resorptionstoxizität, die Wirkungseinbuße bei Blutbelastung und für chronische Wunden durch die Zytotoxizität limitiert, letzteres trifft nicht für die liposomale Zubereitung zu. Wegen der Resorptionstoxizität, der Sensibilisierungspotenz, der Zytotoxizität, der Wirkungsbeeinträchtigung durch Blut und der fehlenden remanenten Wirkung ist PVP-Iod entbehrlich zur Wundantiseptik; zumal durch PVP-Iod im Unterschied zu Polihexanid keine Reduktion der Rate postoperativer Wundinfektionen bei Erstversorgung verschmutzter traumatischer Wunden erreichbar war.

Nur bei Stich- und Schnittverletzungen mit HBV-, HCV- bzw. HIV-Infektionsgefährdung ist PVP-Iod nach der Phase des Blutenlassens bzw. induzierten Blutens als Mittel der Wahl anzusehen, weil die benötigte viruzide Wirkung das Risiko der Schilddrüsengefährdung überwiegt.

Silberverbindungen besitzen auf Grund ihrer Zytotoxizität nur noch Bedeutung in Wundauflagen, wobei grundsätzlich Auflagen zu bevorzugen sind, die kein Silber in die Wundumgebung abgeben, um die Wundheilung nicht negativ zu beeinflussen.

Chlorhexidin ist auf Grund von Wirkungslücken bei gramnegativen Isolaten, der Wirkungsverminderung durch Eiweiß und Blut, dem Risiko der Resistenzentwicklung, der Zytotoxizität und Mutagenität sowie dem Risiko anaphylaktischer und allergischer Reaktionen entbehrlich zur Wundantiseptik.

Die Verwendung von Farbstofflösungen ist obsolet. Prof. Dr. Axel Kramer
Dr. Klaus-Dieter Zastrow

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