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Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene e.V.

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Information der DGKH

Gründung einer Arbeitsgruppe „Umwelthygiene“ der DGKH

23.11.2021

Im Rahmen von Facharztprüfungen und Prüfungen zur Zusatzbezeichnung Krankenhaushygiene zeigt sich, dass die Fort- und Weiterbildung im Bereich Hygiene sehr stark auf Krankenhaushygiene fokussiert ist. Die Hygiene ist aber - auch historisch - ein Fach, das wesentlich darüber hinaus geht. Das Gebiet der Hygiene umfasst die Bereiche der Luft-, Wasser-, Abwasser-, Boden-, Lebensmittel- und  Abfallhygiene, die Technische Hygiene der Trinkwasserinstallation und der Raumlufttechnik, Städtehygiene, Bauhygiene und weitere.

Die DGKH möchte daher in Zukunft – auch in Anbetracht der Erfahrungen des COVID-19-Pandemie-Managements - mehr Themen der allgemeinen Hygiene bearbeiten. Diese Themen dürfen nicht den ingenieur- und naturwissenschaftlichen  Disziplinen allein überlassen bleiben, da explizit medizinisch-hygienisches und epidemiologisches Fachwissen und ein interdisziplinärer Ansatz gefordert ist. Es sei daran erinnert, dass die Gründer der wissenschaftlichen Hygiene - wie Max von Pettenkofer und Robert Koch - sich intensiv mit diesen Themen befasst haben und Robert Koch mehr Abhandlungen zur Wasser- und Abwasserhygiene publiziert hat als zur Tuberkulose, wofür er den Nobelpreis erhielt.

Dabei fragt die Hygiene als medizinische Fachdisziplin und insbesondere die Umwelthygiene, welche gesundheitlichen Risiken resultieren aus Umweltbelastungen für Mensch und Tier und mit welchen evidenzbasierten Strategien diese Belastungen erkannt und unter Berücksichtigung der Verhältnismäßigkeit  unter Kontrolle gebracht werden. Nach Auflösung des Bundesgesundheitsamtes 1994 und der nachfolgenden Zuordnung  des seit 1901 zum Bundesgesundheitsamt gehörenden Institutes für Wasser-, Boden- und Luft-Hygiene zum Umweltbundesamt - mittlerweile zu einer Abteilung degradiert -,  wurde diese Zielrichtung umgekehrt. Jetzt war es  nicht mehr das Ziel zu hinterfragen, welche Risiken resultieren für den Menschen aus der Umwelt, sondern welche Risiken existieren für die Umwelt durch den Menschen. Dadurch traten Umwelt-assoziierte Risiken für den Menschen in den Hintergrund mit allen nachteiligen Folgen. Auch das Robert Koch-Institut verlor hierdurch nicht nur sein Schwesterinstitut im Bundesgesundheitsamt sondern auch seine Umwelt-hygienische Expertise, die jedoch für eine angemessene Regulierung zur Minimierung umwelthygienischer Risiken von erheblicher Bedeutung ist..

So existieren auch heute – lange Zeit weitestgehend vernachlässigt und wissenschaftlich verwaist – eine Vielzahl von Herausforderungen auf den unterschiedlichen Gebieten der Umwelthygiene, die u.a. im Infektionsschutzgesetz angesprochen werden. Beispielhaft seien genannt:

Ein motivierender Schritt war die erstmalige Durchführung eines DGKH-Kurses Umwelthygiene im Juni 2021 in Dortmund, der 2022 wiederholt werden soll.

Der Vorstand der DGKH hat nunmehr beschlossen, eine Arbeitsgruppe Umwelthygiene einzurichten, die längerfristig zu den Fragen arbeiten soll.

Der Vorstand der DGKH bittet alle DGKH-Mitglieder, die an einer Mitarbeit in dieser Arbeitsgruppe interessiert sind, ihre Bereitschaft dazu bis zum 15. Februar 2022 bei der Geschäftsstelle anzumelden (info@krankenhaushygiene.de, Stichwort AG Umwelthygiene).

Wünschenswert ist eine kurze schriftliche Erläuterung, aus welchen Gründen (Interesse, Qualifikation usw.) die Mitarbeit in der Arbeitsgruppe angestrebt und - für die DGKH wie auch für die bewerbende Person – als sinnvoll und hilfreich angesehen wird. Insbesondere auch jüngere Mitglieder sind ausdrücklich aufgefordert, ihr Interesse zu bekunden.

Der Vorstand der DGKH wird über die Zusammensetzung der neuen Arbeitsgruppe entscheiden und zu einer ersten Sitzung einladen. Die Geschäftsordnung der Arbeitsgruppen ist auf der Webseite der DGKH abrufbar.

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