01.04.2026
Frage:
Unser neuer Endoprothetiker verbietet aus hygienischer Sicht dem OP-Personal das Tragen von privaten Kompressionsstrümpfen im OP-Bereich. Ist das wirklich ein Problem?
Antwort:
Schlagen Sie Ihrem Endoprothetiker doch mal das "mikrobiologische Monitoring nach DIN 1946/4 (informativer Anhang, 2018)" vor. Dann wird sich zeigen, wie viele Mikroorganismen aus der OP-Luft mit oder ohne Kompressionsstrümpfe in die OP-Luft abgegeben werden und ggf. auf den OP-Instrumenten sedimentieren. Bei der Interpretation der Ergebnisse sind dann erfahrungsgemäß aber andere Faktoren der OP-Disziplin verantwortlich.
Wenn Sie wirklich die Abgabe von Mikroorganismen der menschlichen Haut im OP-Saal minimieren wollen, sollten sich die Mitarbeiter vorher eincremen (einfetten) oder Overalls tragen. Für die Mitarbeiter in der Chip-Industrie ist das zur Minimierung der Partikelabgabe von der Haut normaler Alltag. Darin wird aber zumindest das OP-Team bei mittelschwerer Arbeit schwitzen.
Fazit: Personal darf Kompressionsstrümpfe auch im OP-Saal tragen. Ein entsprechendes Verbot besteht auch z.B. seitens der KRINKO-Empfehlungen nicht.
Lutz Jatzwauk, Martin Groth, Nils Hübner, Wolfgang Kohnen, Dieter Wieting