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Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene e.V.

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Hygiene-Tipp, Sondertipp 4 2020

Welches ist die richtige Prüfnorm für Gesichtsmasken?

15.04.2020

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Die nationalen Anforderungen an Atemschutzmasken und deren normative Prüfung sind so vielfältig, dass sie vom Nutzer häufig nicht mehr verstanden werden. In Europa existieren 3 verschiedene Anforderungen an filtrierende Halbmasken der Klassen FFP1,2 und 3 nach DIN EN 149. Hier wird der Schutz des Trägers geprüft. Dazu kommen weitere international geprüfte Atemschutzmasken. Auch hier geht es um den Personalschutz.

Tabelle 1: Mit der Angabe FFP 2 vergleichbare Deklarationen von Atemschutzmasken (nach dem Technical Bulletin, 3M Medica, Januar 2020)

Land

Deklaration

Australien

P2

Brasilien 

FFP2

China

KN95, KP95

Japan

DS2, DL2

Indien

BIS P2

Korea 

1. Klasse

USA

N95

Bei chirurgischem Mund-Nasen-Schutz gibt es allein in Europa 4 Kategorien. Diese werden nach der EN 14683 (Medizinische Gesichtsmasken= MNS) auf Schutz des Patienten vor den ausgeatmeten Keimen des Trägers geprüft. Der MNS schützt natürlich auch den Träger, allerdings wurde das normativ nicht geprüft. Außerdem werden „Pflegemasken“ und textile, selbst genähte Masken ohne vorgeschriebene Prüfnorm gehandelt. 

Manche Masken werden auch mit Prüfzertifikaten des Materials nach anderen Normen (bspw. für Luftfilter der Autoindustrie) in Verkehr gebracht. Eine Prüfung der Gesamtleckage (also am Kopf eines Trägers) ist hierbei nicht vorgenommen worden. Zusätzlich erfolgt häufig die Angabe der DIN EN ISO 13485 und DIN EN ISO 9001, die die Qualitätssicherung bei der Herstellung betreffen, aber nichts über die Qualitätsanforderungen an die Masken aussagen.

 

Zusammenfassung

  1. Ein vor Aerosolen schützender Atemschutz soll die Angabe der Prüfnorm DIN EN 149 bzw. einer vergleichbaren internationalen Prüfnorm enthalten.
  2. Ein vom Op-Team benutzter Mund-Nasen-Schutz sollte nach EN 14683 (Medizinische Gesichtsmasken) geprüft sein.

 

Lutz Jatzwauk, Peter Walger, Ricarda Schmithausen, Wolfgang Kohnen, Christof Alefelder, Martin Exner

Der Kurztipp im Auftrag der DGKH gibt die Meinung der Autoren wieder.

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